Vorher und Nachher laufen mit derselben integrierten Lautheit. Lauter klingt im ersten Moment immer besser. Diesen Vorteil bekommt hier keine der beiden Versionen.
Vorher.
Nachher.
Jedes Paar läuft gleich laut: Der einzige Unterschied, den du hörst, ist die Arbeit. Zu jedem Paar erkläre ich kurz, was die Aufnahme gebraucht hat und welche Entscheidungen das Ergebnis geprägt haben.
Die Mixe starten mit der fertigen Version, die Restauration mit dem beschädigten Original. Schalt während der Wiedergabe um: Es geht an genau derselben Stelle weiter. So vergleichst du den Klang, nicht deine Erinnerung.
Nimm Kopfhörer oder ordentliche Boxen. Handylautsprecher verschlucken den Großteil der Bässe, egal in welcher Version.
Verschiedene Räume. Eine Band.
Chasing Grace haben ihr Album True Artificial Love selbst aufgenommen, jeden Part an einem anderen Ort. Saubere Mikrofonarbeit, aber jedes Instrument lebte in seiner eigenen akustischen Welt. Die Aufgabe: eine Band in einem Raum daraus machen – ohne die Ecken und Kanten abzuschleifen, die sie ausmachen.
Zu den Mixen bekam die Band über das ganze Album hinweg schriftliche Anmerkungen fürs nächste Mal: zu Arrangement, Performance und Aufnahme.
Wenn die Master weg sind.
Soiled haben Mitte der 2000er den Deutschen Rock & Pop Preis gewonnen. Nach der Trennung der Band waren die Master verloren. Alle. Übrig blieben alte Myspace-MP3s, die angeblich 128 kbps haben und ziemlich furchtbar klingen.
Restauration kann nicht erfinden, was eine Datei nicht mehr enthält. Mehr hat diese Datei nicht hergegeben. Achte im Vorher auf das metallische Klingeln.
Die Datei gibt 128 kbps an und klingt eher nach 96: stechende, klingelnde Höhen, verschmierte Transienten, die typischen Artefakte eines frühen Encoders. Erst kam die Restauration, dann ein Remaster von dem, was noch da war. Der Player startet bei 0:42, denn im Refrain sind die Artefakte nicht zu überhören.
Es ging darum, die Band wieder zu hören, nicht um eine neue Produktion.
Aus meinem eigenen Produktionsraum.
Wrong Milk ist mein eigenes Post-Punk-Projekt. Das Vorher ist der Vormix, wie er aus dem Produktionsraum kommt; das Nachher ist das, was der Mixing-Raum daraus gemacht hat. Dieselbe Person an den Instrumenten und am Mikro. Zwei Räume, zwei verschiedene Jobs.
Hast du ein „Vorher“?
Jede Platte fängt irgendwo an: als Rough Mix, als Demo, als fertige Studiosession. Erzähl mir von deinem Projekt: wo es gerade steht und wie sich die Platte anfühlen soll. Jedes Projekt bekommt einen Festpreis, bevor die Arbeit losgeht. Keine Stundenabrechnung, keine Überraschungen. Alles kann komplett per E-Mail laufen.
Dinu-Mathias Fulea